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Gottesdienst OrgelPLUS: "Hell/Dunkel"

Kategorie: Gottesdienst & Andacht, Kirchenmusik, Stiftung Johann Sebastian
Startdatum: Sonntag, 17. Mai 2020, 11:00 Uhr

mit Musik von S. Gubaidulina

Orgel: Andreas Fischer
Predigt: Prof. Kristin Merle

 

Achtung: Die Gottesdienste finden derzeit in St. Katharinen wieder in verkürzter und eingeschränkter Form statt. Die Teilnehmerzahlen sind begrenzt. Möglicherweise wird es demnächst eine Anmelderegelung geben. Wir informieren Sie an dieser Stelle über die aktuellen Entwicklungen. Der OrgelPLUS-Gottesdienst mit Musik von Sofia Gubaidulina wird am 17.5. auch unter den eingeschränkten Bedingungen gefeiert.

 

Sofia Gubaidulina entstammt einer tatarisch-russischen Familie und studierte Komposition und Klavier in Kasan und Moskau. Während dieser Studien wurde ihre Musik als „pflichtvergessen“ bezeichnet, aber Dmitri Schostakowitsch ermutigte sie, ihren „Irrweg“ fortzusetzen. 1970 ließ sie sich russisch-orthodox taufen. In den sechziger und siebziger Jahren waren ihre Werke in der Sowjetunion verboten, weil ihre Musik nicht den Vorstellungen des Sozialistischen Realismus entsprach.1981 spielte Gidon Kremer in Wien die Uraufführung ihres ersten Violinkonzertes „Offertorium“. Seitdem gehörte Sofia Gubaidulina im Westen zu den führenden KomponistInnen Russlands der Ära nach Schostakowitsch.

Im Bach-Jahr 2000 erhielt Gubaidulina gemeinsam mit Tan Dun, Osvaldo Golijov und Wolfgang Rihm von der Internationalen Bachakademie Stuttgart unter Helmuth Rilling einen Kompositionsauftrag zum Projekt Passion 2000. Ihr Beitrag war eineJohannespassion. 2002 folgte die Komposition Johannes-Ostern. Beide Werke bilden ein Diptychon über Tod und Auferstehung Christi, das umfangreichste Werk Gubaidulinas bisher. Sofia Gubaidulina lebt seit 1992 in Deutschland und erhielt zahlreiche Preise und Ehrenmitgliedschaften.

Das Werk „Hell/Dunkel“ für Orgel entstand 1977 und ist dreiteilig angelegt. Im ersten Teil dominieren hoch liegende chromatische Cluster und Girlanden, im Bass erscheint lediglich ein Terzklang. Der Mittelteil wird durch tiefliegende Cluster dominiert. Der dritte Teil fungiert gleichzeitig als Reprise und Synthese: die hochliegenden Girlanden kehren zurück, nun aber über tiefen diatonischen Clustern. Im Verlauf wandern die Cluster immer höher, während die Girlanden immer tiefere Regionen erreichen. Am Ende steht ein weit auseinandergezogener Klang. Auch die Bass-Terz des Anfangs kehrt zurück und beschließt das Werk in der Mittellage.